Franeker

Der Stern der elf Städte

Franeker wird auch der Stern der elf Städte genannt. Das bezieht sich auf die bekannte Elf-Städte-Route, die unter anderem auf Schlittschuhen, per Fahrrad, zu Fuß oder mit einem Oldtimer abgelegt werden kann, aber auch auf das älteste noch funktionstüchtige Planetarium der Niederlande. Das Koninklijk Museum Eijse Eisinga ist womöglich das bekannteste, auf jeden Fall aber das eindrucksvollste Museum von Friesland. Hier wähnen Sie sich in alte Zeiten zurückversetzt und Sie werden über das bewegliche Holzmodell des Sonnensystems staunen, das an der Decke im Wohnzimmer des prachtvollen Grachtenhauses installiert ist. Es wurde von 1774 bis 1781 von Eijse Eisinga erbaut und ist bis heute aktuell.

Die Franeker Innenstadt ist noch immer teilweise von einer schönen Bastei umgeben, auf der die alten Teehäuser stehen. Bei einem Spaziergang durch das alte Stadtzentrum stoßen Sie unter anderem auf schöne Grachten und diverse historische Bauwerke, darunter das im Renaissancestil erbaute Rathaus, die mittelalterliche Martinikirche und das 1498 erbaute Stadtschloss Martenastins, das heute das Museum Martena beherbergt.

Geschichte

Franekeradeel ist historisch betrachtet ein interessantes, bereits seit Urzeiten besiedeltes Gebiet mit Funden aus Warften aus dem Jahre 500 v. Chr. Bevor in diesem Gebiet Deiche angelegt wurden, lagen die meisten Dörfer auf Marschrücken. Die Landschaft kennzeichnet sich unter anderem durch alte See- und Binnendeiche, wobei besonders der Slachtedyk zu den bekannteren zählt. Der Slachtedyk verläuft von Oosterbierum bis Rauwerd bei Sneek und erreicht eine Länge von rund 40 km.

Sehenswürdigkeiten

Im Zentrum von Franeker, einst eine Universitätsstadt, finden sich mehrere prachtvolle historische Gebäude, aber auch in den umringenden Dörfern können Sie noch historische Gebäude oder deren Überreste bewundern. Franeker hat ein erst kürzlich renoviertes gemütliches Stadtzentrum mit vielen verschiedenen Geschäften.

Königliches Eise Eisinga-Planetarium

Wenn Sie Franeker besuchen, sollten Sie unbedingt einmal im Eise Eisinga-Planetarium vorbeischauen. Das Planetarium wurde in den Jahren 1774 bis 1781 vom Wollkämmer Eise Eisinga konzipiert und erbaut. Der direkte Anlass für den Bau eines Planetariums war ein Zeitungsartikel vom Frühjahr 1774. Eine Konstellation von vier Planeten sollte eine mögliche Ursache für den Weltuntergang sein. Eisinga beschloss, ein Planetarium zu bauen, um den Menschen zu zeigen, was sich tatsächlich am Firmament abspielte. Dazu baute er die Decke seines Wohnzimmers um. Seither hat das Planetarium seit seiner Fertigstellung im Jahre 1781 nahezu ohne Unterbrechung funktioniert. Das Planetarium zeigt den aktuellen Stand der Planeten an. Außerdem finden Sie hier eine umfassende Sammlung historischer astronomischer Instrumente. Das Jahr 2006 ist ein Jubiläumsjahr für das Planetarium, denn es besteht dann seit 225 Jahren.

Museum Martena

Von 1585 bis 1811 war Franeker eine Universitätsstadt. Im Museum Martena können Sie unzählige Gegenstände besichtigen, die an diese ruhmreiche Universitätszeit erinnern. Ein Beispiel dafür ist das Senatszimmer. Außerdem finden Sie Ausstellungen historischer Gegenstände und moderner Kunst. Das Museum Martena ist ab Juni 2006 für das Publikum geöffnet. Hinter dem Museum Martena liegt der Martenagarten. Jährlich kommen Hunderte von Besuchern in den Garten, um die besonderen „Stinzenpflanzen“, historische im Frühling blühende Zierpflanzen, die in den Gärten der „Stins“ genannten Landgüter angepflanzt wurden, zu bewundern. Der Garten ist denn auch im Frühling am schönsten.

Das Keatsmuseum

Für viele ist das „Kaatsen“ (Schlagball) ein unbekannter Begriff, in Friesland ist es jedoch der beliebteste Volkssport. Außer in den Niederlanden wird dieser Sport noch in mindestens 50 Ländern in der ganzen Welt betrieben. Seit dem Mittelalter ist der Sport in den Niederlanden bekannt. Das Kaatsmuseum wurde 1972 eröffnet und ist damit das älteste Sportmuseum der Niederlande. Ausgestellt ist dort eine umfangreiche Kollektion von Preisen und Attributen für diesen Sport. Seit 1995 ist das Kaatsmuseum in den oberen Stockwerken eines spätmittelalterlichen Steinhauses (Stins), dem Camminghastins, untergebracht. Diese Stins ist ein monumentales Gebäude, in dem auch die Friesland Bank eine Niederlassung hat. Das Kaatsmuseum finden Sie an der Voorstraat 2 in Franeker.

Die Martinikirche

Die Martinikirche liegt mitten auf der Warft von Franeker am Breedeplaats. Wann genau die Kirche erbaut wurde, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich stammt sie aus dem 15. Jahrhundert. Man hat jedoch herausgefunden, dass bereits 1085 an der Stelle der heutigen Martinikirche eine dem heiligen Martin geweihte Kirche stand. In der heutigen Martinikirche sind Holzschnitzereien aus dem 15. und 17. Jahrhundert zu bewundern. Imposant sind die 490, zum großen Teil gut erhaltenen Grabsteine aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Auf den Säulen im Chor und im Schiff entdeckte man 1860 aufgemalte Heiligenfiguren aus dem 15. Jahrhundert. Diese Fresken wurden während der Restaurierungsarbeiten aus dem Jahre 1940 von ihrer Kalkschicht befreit und restauriert.

Das Kornträgerhaus (Korendragershuisje)

Das Kornträger- oder Sackträgerhaus stammt aus dem Jahre 1934 und liegt an der Zilverstraat 28 in Franeker. In diesem Kornträgerhaus wurden alle Getreide-, Hülsenfrüchte-, Bier- und Weinlieferungen kontrolliert und transportiert. Das Haus zeigt eine permanente Ausstellung.

Rathaus

Dass Franeker im 16. und 17. Jahrhundert eine florierende Stadt war, wird unter anderem am Rathaus sichtbar. Dieses Rathaus wurde zwischen 1591 und 1594 erbaut. Es besteht lediglich aus zwei Flügeln: dem alten Bau von 1591 und dem westlichen „Neubauflügel“ aus dem Jahre 1760. Das Gebäude diente noch bis 1997 als Rathaus und wird jetzt nur noch für offizielle Empfänge und für Hochzeiten genutzt. Die einzigartige Goldledertapete im Ratssaal und im Hochzeitssaal ist im Stile des Rokoko ausgeführt. Das Rathaus liegt am Raadhuisplein 1 und ist ausschließlich nachmittags von 13.30 bis 17.30 Uhr zu besichtigen.